Päd.Konzeption

Pädagogische Konzeption ( Stand 03/2016)

1 Leitgedanke

„Solange die Kinder klein sind gib ihnen Wurzeln, sind sie älter gib ihnen Flügel!“

Wurzeln geben bedeutet für uns eine gute Bindung zum einzelnen Kind aufzubauen. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Eltern und der Bezugserzieherin des Kindes. Sicherheit und Geborgenheit sind das Fundament unserer pädagogischen Arbeit. Hierzu gehören eine intensive Eingewöhnungszeit und Rituale im Alltag.

Unser Ziel ist es, die Kinder zu selbstdenkenden, selbstbewussten und kompetenten Persönlichkeiten zu erziehen, die in der Lage sind, selbsttätig zu lernen und gewonnenes Wissen positiv zu nutzen.

Flügel stehen für uns als Freiraum, um in einer anregenden Lernumgebung all diese Erfahrungen machen zu können. Wir verstehen uns als Begleiterinnen der Lernprozesse der Kinder, fungieren als Impulsgeberinnen und Mitlernende und dokumentieren diese Prozesse.

2 Rahmenbedingungen

Im Sommer 1992 wurde der Grundstein für die neue Kindertagesstätte der Stadt Rennerod und der Verbandsgemeinde gelegt. Bei der Eröffnung am 02. November 1994 erhielt die Kindertagesstätte den Namen „In der Falterswiese“. Die Kindertagesstätte liegt heute mitten in einem Wohngebiet. Gebaut wurde die Kita als 4-gruppige Einrichtung, wenn auch in den Anfangsjahren nur drei Gruppen mit insgesamt 75 Kindern diese Einrichtung ausmachten. Heute ist sie mit fünf Gruppen belegt. Insgesamt werden sechs Jahrgangsgruppen unterschieden: Die Nest-, Gänseblümchen-, Schmetterlings-, Grashüpfer-, Marienkäfer- und Pus- teblumengruppe.

Mittlerweile wurde die Kita mehrfach um- und angebaut. Zurzeit besuchen 100 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren und zusätzlich zehn Krippenkinder unsere Einrichtung. Die Betriebserlaubnis sieht für die Betreuung und Bildung der Kinder einen festgelegten Personalschlüssel vor. Darüber hinaus bietet die Kita eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst an und ermöglicht Praktikant/innen verschiedener Schulformen Erfahrungen im Berufsfeld der Erzieherin zu sammeln.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit sowie der Tatsache, dass die Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen überwiegend weiblich sind, wird in der folgenden Konzeption ausschließlich die weibliche Form, Erzieherin, verwendet.

Täglich wird in der Kita das Mittagessen frisch zubereitet, hierzu und für hauswirtschaftliche Arbeiten ist eine Vollzeitstelle für eine Hauswirtschafterin vorgesehen. Diese Stelle teilt sich eine Hauswirtschafterin und eine Mitarbeiterin in der Küche. Diese achten in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten auf eine ausgewogene Ernährung. Im Rahmen des Projektes „Kita ist besser“ wurde hier nochmals ein besonderer Schwerpunkt gelegt.

Unsere Einrichtung ist von 7.00-16.00 Uhr geöffnet. Wir bieten drei unterschiedliche Modelle der Betreuungszeit an, den Regelplatz mit der Möglichkeit, die Kita von 7.00-11.45 Uhr und 13.30-16.00 Uhr zu nutzen, den verlängerten Vormittag bis 12.30 Uhr und den Ganztagsplatz von 7.00-16.00 Uhr. Die Betreuungszeit beim Ganzzeitplatz wird individuell abgesprochen.

3 Auftrag der Kindertagesstätte und die gesetzliche Grundlagen

„Es ist Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe, in Ergänzung und Unterstützung der Erziehung in der Familie durch Angebote in Kindergärten, Horten, Krippen und anderen Tageseinrichtungen für Kinder (Kindertagesstätten) sowie in Kindertagespflege die Entwicklung von Kindern zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Menschen zu fördern. Der Förderauftrag umfasst Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes. Die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe gewährleisten die Erfüllung dieser Aufgabe als Pflichtaufgabe der Selbstverwaltung nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen“ (Kitagesetz RLP §1 Abs. 1).

Diese Aufgabe wird der Kindertagesstätte durch verschiedene Gesetze und Rahmenbedin- gungen vorgegeben. Maßgeblich sind für die Kita insbesondere:

  • Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
  • SGB VIII
  • Kindertagesstättengesetz Rheinland-Pfalz
  • Bildungs- und Erziehungsempfehlungen des Landes Rheinland-Pfalz

4 Das Konzept der „offenen Arbeit“ und Partizipation

Die Freiräume und Möglichkeiten des selbstbestimmten Handelns von Kindern sind Grundlage unseres pädagogischen Handels. Unser pädagogisches Arbeiten orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen und Interessen der Kinder. Die Kinder werden in alle Bereiche des täglichen Lebens einbezogen und können partizipieren.

Die Wahlfreiheit der Kinder in Bezug auf Spielmaterial, Ort, Spielpartner/in und Bezugserzieherin unterstützt das kindliche Bedürfnis nach Eigenverantwortung und Selbstständigkeit.

Wir verstehen uns als Begleiterinnen der Kinder und schaffen Freiräume für Selbstbildungsprozesse, die schwerpunktmäßig auf dem situativen Arbeiten beruhen. Auf der Grundlage von Beobachtungen setzen wir spontane und zeitnahe Impulse, die die Kinder in ihrem Lernen weiterbringen. In unserer pädagogischen Arbeit ist es uns außerdem wichtig, Kinder mit den Anforderungen unserer Gesellschaft vertraut zu machen. Aus der heutigen pädagogischen Forschung wissen wir, dass Kinder ihr Lernen selbst organisieren.

Dementsprechend prägt der Partizipationsgedanke wesentlich unser Bild vom Kind. Jedes Kind hat das Recht auf seine eigene Meinung und wird als eigenständige Persönlichkeit respektiert. Dabei berücksichtigen wir besonders die wachsende Fähigkeit und das wachsende Bedürfnis des Kindes zu selbständigem, verantwortungsbewusstem Handeln (§9 Nr. 2 SGB VIII).

Wir setzen Vertrauen in die Fähigkeiten der Kinder und vermitteln durch gemeinsam definierte Regeln und Strukturen Sicherheit. Auch in der Raumgestaltung spiegelt sich der Partizipationsgedanke und ermöglicht den Kindern ein großes Maß an Teilhabe (siehe Raumgestaltung).

Teilhabe und Partizipation bedeutet für uns Mitdenken, Mitreden und mitentscheiden dürfen (siehe auch Beschwerdemanagement). Es findet in allen Interaktionen der Menschen in der Kita statt. So haben die Kinder wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung von Stuhl- und Themenkreisen, Planung und Umsetzung von Projekten und vieles mehr.

4.1 Beschwerdemanagement

Um die Bedürfnisse der Kinder zu achten gehören die Beschwerden in unserem pädagogischen Alltag dazu. Mit Blick auf die Partizipation, die Kinderrechte und Kinderschutz sehen wir die Beschwerderechte als wesentlichen Bestandteil eines präventiven Konzepts. Da die Anliegen und Bedürfnisse der Kinder, die hinter einer Beschwerde stehen sehr unterschiedlich sein können sehen wir zwei Formen, die Verhinderungsbeschwerden und die Ermöglichungsbeschwerden. Bei Verhinderungsbeschwerden geht es darum, andere Personen darauf aufmerksam zu machen, das sie eine Grenze überschreiten. Hierzu ermuntern wir die Kinder ein Stopp-Signal zu setzen. Hiermit wird signalisiert:“Hör auf damit!“ Dies gilt sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Die empfundene Grenzüberschreitung richtet sich direkt an den Verursacher.

Die Ermöglichungsbeschwerden sind eine Form um Veränderungen herbeizuführen. Hierzu haben die Kinder u.a. die Möglichkeit im Morgenkreis Wünsche und Anregungen zum Kita- Ablauf einzubringen. Und je nach Anliegen stellt sich dann die Frage:“Was können wir tun?“ Diese Beschwerden können sachbezogen oder das Verhalten von Personen zum Ge- genstand haben. Das Beschwerdeverfahren wird mit den Kindern weiterentwickelt und im Team reflektiert.

5 Raumgestaltung

Die ganzheitliche und selbstständige Entwicklung steht in unserer Kita an erster Stelle. Unsere offenen Räume bieten den Kindern vielfältige Möglichkeiten sich zu erproben, zu forschen, zu entdecken, sowie sich Fähigkeiten und Kompetenzen aus verschiedenen Bildungsbereichen anzueignen. Die Räume sind den Kindern frei zugänglich, die Gestaltung dieser setzt an den Bildungstätigkeiten der Kinder an. Dort werden individuelle Bedürfnisse berücksichtigt und selbstbestimmte Aktivitäten ermöglicht. Sie bieten sowohl Rückzug und Geborgenheit als auch Bewegung und Freiraum. Der Zusammenhang zwischen den räumlichen Bedingungen und den pädagogischen Zielsetzungen wird dabei beachtet. Diese verschiedenen Funktionsräume nutzen wir als „der Raum als 3. Erzieher“ (Angelika von der Beek).

2 Abbildungen zu den einzelnen Räumen befinden sich im Anhang.

Rezeption

Alle Eintretenden kommen unmittelbar an der Rezeption vorbei. Diese ist in der Kernzeit durch eine Erzieherin besetzt, ebenso gibt es helfende Kinder die die Ankommenden persön- lich begrüßen und die Anwesenheitslisten führen. Elterninfos, wie z. B. ob das Kind mitisst, wer holt es ab, werden weitergegeben, aber auch die neuesten Infos aus der Kita können eingesehen werden oder in Form von Elternbriefen an der Rezeption in Empfang genommen werden. Die Rezeption ist für beide Bereiche der Kita zuständig und sorgt für den Austausch von Informationen. Von hier aus gehen die jüngsten Kinder in die Nestgruppe und die Älte- ren auf den Marktplatz.

Marktplatz

An den Wänden des Marktplatzes befinden sich die Garderoben der Kita-Kinder. Der „Marktplatz“ bildet eine zentrale Einheit und bietet in Verbindung mit der zu öffnenden Schiebetür zum Bewegungsraum gute räumliche Bedingungen um die unterschiedlichsten pädagogischen Zielsetzungen zu verfolgen. Vor allem bietet er viel Platz für Begegnung und Bewegung. Um diesen „Marktplatz“ sind alle Räume für die Kinder frei bespielbar und wer- den so zu Räumen „Funktionsräumen“ die den Kindern eigene Erfahrungsmöglichkeiten bie- ten.

Bewegungsraum

Der Bewegungsraum ist den Kindern sowohl frei als auch mit angeleiteten Bewegungsbau- stellen zugänglich. Hier haben sie die Möglichkeit sich selbst zu erfahren und ihre Kompeten- zen mit den unterschiedlichsten Bewegungsmaterialien zu erweitern und zu erproben. Eben- so wird er als Raum für Tanz, Musik, Theater und Rhythmik genutzt. Dieser Raum wird von allen Jahrgangsgruppen benutzt, ebenso findet hier vielfältige Projektarbeit statt.

U4 Bereich

Die Räume links vom Marktplatz stehen schwerpunktmäßig den Kindern unter vier Jahren zur Verfügung. Es sind drei Gruppenräume mit angrenzenden Toiletten-, Wasch- und Wi- ckelbereichen. Diese sind kindgerecht gestaltet und bieten Möglichkeiten für erste elemen- tare Erfahrungen mit Wasser. Ebenso gibt es zwischen der Nestgruppe und der Gänseblüm- chengruppe einen kleinen Marktplatz mit Garderoben und einem Ausgang zum Spielplatz der jüngeren Kinder. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein kleines Elternzimmer. Die Gän-

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seblümchen- und die Schmetterlingsgruppe sind durch einen kleinen Flur verbunden und bereiten die Kinder auf das offene System vor. Die Räume werden nach den Bedürfnissen der Kinder gestaltet. Das Grundbedürfnis nach Bewegung kann in allen drei Räumen ausge- lebt werden. Die Materialien werden regelmäßig ausgetauscht, damit der Aufforderungscha- rakter erhalten bleibt und ganzheitliches Lernen ermöglicht wird. Die drei Räume bieten un- terschiedliche Spielmöglichkeiten: Von Podesten zum Klettern bis zu Alltagsmaterialien, ei- ner Spiellandschaft mit Möglichkeit zu Bewegungserfahrung sowie zum Rückzug. Materialien zum Konstruieren, zum Transportieren, zum kreativen gestalten sowie Bücher sind den Kin- dern frei zugänglich. Zwei angrenzende kleine Räume werden als Schlaf- und Rückzugsräume genutzt und ein Wintergarten dient als Speiseraum.

Ü4 Bereich

Die Räume der 4-6 Jährigen bieten andere Materialien, welche auf die Bedürfnisse der älte- ren Kinder abgestimmt sind. Bereits vorhandene Fähigkeiten und Fertigkeiten können weiter ausgebaut bzw. neue erworben werden. Das Experimentieren und Forschen der älteren Kin- der wird themenspezifischer.

Die Kinder haben in der Phase des Freispiels die Möglichkeit zwischen verschiedenen Funkti- onsräumen zu wählen. Ein Funktionsraum ist ein Raum, in dem sich das Kind eigenständig, selbstbestimmt mit Material einer bestimmten Zuordnung auseinandersetzen kann. Angren- zend an den Funktionsraum im Erdgeschoss befinden sich jeweils ein Nebenraum und ein Waschraum mit zwei kindgerechten Toiletten. Die Waschräume sind teilweise so konzipiert um Erfahrungen mit dem Element Wasser zu ermöglichen. Die Fensterfronten der Neben- räume erstrecken sich bis zum Boden, somit wird den Kindern die Möglichkeit gegeben Na- turbeobachtungen zu machen.

Kinderküche und Küche

Die Kinderküche wird von den älteren Kindern täglich für das individuelle Frühstück genutzt. Tische und Stühle sind der Größe der Kinder angepasst. Die funktionsfähige Anbauküche kann von den Kindern über Podeste erreicht werden und ermöglicht so selbstständiges Han- deln beim Erreichen von Alltagsgegenständen. Zur Unfallverhütung ist ein separater Schalter zum Ein- und Ausschalten des Herdes installiert. Dieser Raum wird sowohl für hauswirt- schaftliche Angebote, also auch zum Mittagessen für 17 Ganztagskinder genutzt. Eine Schall- schutzdecke trägt zu einer entspannten Essatmosphäre bei.

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Die „Industrieküche“ ist mit einem großen Gasherd mit Backofen, Arbeitsflächen, Anbau- schränken und einer Spüle mit Spülmaschine ausgestattet. Sie hat einen eigenen Eingangs- und Toilettenbereich sowie eine Abstellkammer. Diese wird vom Hauswirtschaftspersonal genutzt und die Regeln erschließen sich durch die Hygienevorschriften.

Baustelle

Die Baustelle bietet eine Vielfalt von Materialien zum Bauen und Konstruieren. Die Kinder können sich mit Mengen und Formen auseinandersetzen, experimentieren und sich dadurch erste physikalische und mathematische Kompetenzen aneignen.

Eine Spiegelfläche ermöglicht eine mehrdimensionale Sicht. Das „Mini-Mathematikum“ ist ein fester Bestandteil der Baustelle. Der Umgang mit Mengen und Zahlen ist jederzeit mög- lich, geometrische Figuren und Materialen gehören dazu.

Im Nebenraum der Baustelle haben die Kinder Platz für ungestörtes Bauen und Spielen und auch zum Rückzug. Die Materialien orientieren sich an den Themen der Kinder und werden ausgetauscht, damit der Aufforderungscharakter erhalten bleibt. Dies geschieht u. a. auch durch Beobachtung und Dokumentationen.

Atelier

Im Atelier haben die Kinder die Möglichkeit vielfältige sinnliche Erfahrungen zu machen. Un- terschiedliche Materialen wie Farben, Kleister, Rasierschaum, Alltagsmaterialien und vieles mehr stehen zur Verfügung und Techniken werden angeboten. Hier kann der Umgang mit Stiften, Pinseln, Scheren geübt und gelernt werden. Die Fantasie wird angeregt und die Feinmotorik gefördert. Darüber hinaus wird den Kindern bildende Kunst in Form von Projek- ten sowie durch eine Fachkraft, die sich im künstlerischen Bereich spezialisiert hat, vermit- telt.

Spielzimmer und Bücherei

Die Kita verfügt über ein zweites Stockwerk, das sich über einen Teil des Erdgeschosses er- streckt. Über eine Treppe erreicht kann das Spielzimmer erreicht werden, welches durch eine Brücke mit der Bücherei verbunden ist. In dieser oberen Etage können Rollenspiele und Alltagssituationen nachgespielt und verarbeitet werden. Es entsteht ein soziales Miteinander zwischen allen Altersstufen und die Kommunikationsfähigkeit untereinander wird gefördert. Die Raumgestaltung richtet sich auch hier nach den Spielthemen der Kinder und ist variabel.

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Des Weiteren werden in diesem Raum Gesellschaftsspiele und Bilderbücher angeboten. Die sich anschließende Bücherei bietet den Kindern die Möglichkeit sich in einer ruhigen Atmo- sphäre intensiv mit der Literatur und den Büchern zu beschäftigen. Die Bücher dürfen auch ausgeliehen und mit nach Hause genommen werden. Wir sehen die Bücher als einen wichti- gen unterstützenden Bestandteil der Sprachbildung. Mehrsprachige Bilderbücher stehen sowohl Kindern, als auch Eltern zur Verfügung. Die Bücherei ist ein kleiner mit Sessel und Sofa und Tisch ausgestatteter Raum. Durch zwei Dachfenster wird die Beleuchtung unter- stützt. Die zentrale Bedeutung der Sprache und das Bewusstsein diese alltagsintegriert zu nutzen wird durch das spezielle Einsetzen von Medien gefördert.

Außengelände

Das Außengelände bietet verschiedene Spielgeräte für jüngere und ältere Kinder. Sie können im Sand spielen, klettern, schaukeln, mit Fahrzeugen fahren und haben durch einen kleinen Bachlauf die Möglichkeit auch hier Erfahrung mit Wasser zu machen und die Natur mit allen Sinnen zu erleben. Die Spielfläche ist um die Kita angelegt, auch hier gibt es einen Bereich für jüngere und ältere Kinder. Durch ein Verbindungstor können sich die Kinder besuchen und das Spielgelände wird erweitert. Das Außengelände als Erlebnis-und Erfahrungsraum steht den Kindern täglich zur Verfügung und darf auch in Kleingruppen von den Kindern al- leine bespielt werden.

6 Schwerpunkte der Kita „In der Falterswiese“

In unserer Arbeit haben sich in den letzten Jahren verschiedene Schwerpunkte herauskristal- lisiert, die im Folgenden näher erläutert werden.

6.1 Sprachbildung

„Spracherwerb ist der Schlüssel für die Integration in das gesellschaftliche Leben und der Grundstein für den späteren Erfolg in Bildung und Beruf“ (vgl. BMFSFJ 2013).

In unserer Einrichtung wird Sprache im ganzheitlichen Sinne begriffen und beinhaltet verbale und nonverbale Kommunikation genauso wie deren Vorstufen. Sprechen, sich verständlich machen zu können, miteinander kommunizieren ist für das Zusammenleben der Menschen unabdingbar. Die Sprache ist ein grundlegender Baustein in der kindlichen Entwicklung,

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durch den sie auch selbst vorangetrieben wird. Sprache ist eines der wichtigsten Kommuni- kationsmittel und auch ein Kulturgut.

Die Basis für die Sprachbildung ist die Beziehung zwischen Eltern, Kind und Erzieherin unse- rer Kita. Ein vertrauensvoller und wertschätzender Umgang miteinander, prägen diese Be- ziehung. Jedes Kind und dessen Eltern werden zu Beginn des Tages bereits an unserer Rezep- tion begrüßt und willkommen geheißen. Unsere Kita ist eine interkulturelle Kita und bietet damit vielen Sprachen Raum. Wir achten die Muttersprache der Kinder, die ein Grundstein für den Zweitspracherwerb ist.

Sprechen ist eingebettet in Alltagszusammenhänge, also verknüpft mit bedeutungsvollem Handeln. Es orientiert sich an den Interessen der Kinder, an den Dingen und Handlungen in denen mit Spaß und Freude agiert wird. Dies erhöht die Motivation der Kinder, sich mit dem gesprochenen Wort auseinanderzusetzen und in die Kommunikation mit Gleichgesinnten zu treten. Dies geschieht nicht nur verbal, sondern auch nonverbal. Die Kinder lernen Mimik und Gestik zu verstehen und selbst zu nutzen.

Ebenso wird den Kindern die Möglichkeit gegeben zu erfahren und zu entdecken, dass die Sprache aus einzelnen Lauten besteht. Dies setzen wir mit Sprachspielen, Reimen, Liedern, rhythmischem Sprechen und Klatschen um. Hierbei wird auch der Wortschatz erweitert und Vorläuferfähigkeiten zum Erwerb der Schriftsprache abgebahnt. Schriftbilder sind in die Raumgestaltung einbezogen, eine Anlauttabelle finden die Kinder im Atelier und so wird das Interesse an Schriftsprache, z. B. den eigenen Namen zu Schreiben unterstützt. Einen beson- deren Blick richten wir auf die sprachliche Entwicklung des einzelnen Kindes, um gezielt den individuellen Förderbedarf zu erkennen und zu unterstützen.

Für eine vielseitige und interessenbezogene Themenwahl steht den Kindern ein breites An- gebot an Literatur in den jeweiligen Räumen zur Verfügung. Zusätzlich haben wir in unserem Raumkonzept eine Bücherei, die als Rückzugsmöglichkeit dient.

6.2 Interkulturelle Arbeit

Unsere Kita sieht sich als einen Ort der Begegnung, an dem sich die „Welt trifft“. Unter- schiedliche Nationalitäten, Sprachen und vielfältige Kulturen treffen hier aufeinander und

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fließen in unseren Alltag ein. Eine wichtige Botschaft ist: „Wir sind nicht alle gleich, aber gleichwertig!“ Die interkulturelle Erziehung orientiert sich an den Rechten der Kinder:

• • • • •

an dem Recht auf Erziehung und Bildung, an dem Recht auf kulturelle Identität, dem Recht auf die Muttersprache,
an Chancengleichheit und

am Schutz vor Diskriminierung und Ausgrenzung

Uns ist
und neugierig zu machen. Durch respektvollen Umgang miteinander wollen wir ein Klima gegenseitiger Achtung und Akzeptanz schaffen.

Auf die Individualität des Einzelnen legen wir großen Wert und achten darum auch die kultu- rellen und religiösen Hintergründe aller Kinder sehr. Die interkulturelle Erziehung ist für uns keine „Sondermaßnahme“. Sie ist ein durchgängiges Prinzip, welches sich in der gesamten pädagogischen Arbeit der gesamten Einrichtung widerspiegelt. Ganzheitlich ausgerichtete pädagogische Angebote, besonders aber die Sprachbildung, welche in unserer Kita alltagsin- tegriert stattfindet, fördern die Integration und stärken das Selbstbewusstsein aller Kinder.

Die intensive Zusammenarbeit mit den Eltern unterschiedlicher Nationen bei Feiern, Thea- terprojekten und dem regelmäßigen „Interkulturellen Elterntreff“ fördert das friedvolle Mit- einander und schafft ein freundliches Klima in unserer Kindertagesstätte. Dieser findet ein- mal im Monat statt, bei dem z. B. gemalt, gebastelt und sich gegenseitig bei der Übersetzung o. ä. geholfen wird. Erweitert wird das Angebot durch ein „Elterncafe“, mit der Möglichkeit sich kennenzulernen und auszutauschen.

6.3 Ernährung

Essen ist Genuss. Essen ist Lust. Essen soll das Wohlbefinden stärken, Spaß machen und die Sinne ansprechen. Vollwertiges Essen soll die Gesundheit erhalten. Gemeinsames Essen kann soziales Verhalten trainieren. Essen und Trinken bieten vielfältige Zugänge für Bil- dungsprozesse, denn Ernährungswissen ist Wissen um Natur, Nahrungsmittel, ihre Herkunft, ihr Wachsen und die Bedeutung für Menschen. In unserer Kita haben wir verschiedene An- satzpunkte, um uns mit Ernährung auseinanderzusetzen.

es wichtig, die Kinder anderen Menschen und Lebensformen gegenüber zu öffnen

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Der erste ist die Nahrung allgemein. Wir bieten den Kindern einmal monatlich ein gesundes Frühstück an. Zu diesem Frühstück gibt es ein Müslibuffet, verschiedene Obst- und Gemü- sesorten, Geflügelwurst und Käse verschiedener Sorten, frisches Brot, Butter und Naturjo- ghurt und Quark. Diese Auswahl steht auch in unserem Frühstücksprojekt einmal im Quartal zur Verfügung. Zusätzlich wählen die Kinder in Absprache mit der verantwortlichen Erziehe- rin eigene Komponenten für das Buffet aus.

An jedem Tag haben die Kinder die Möglichkeit, sich an unserem Obst und Gemüse zu be- dienen, was durch das Schulobstprogramm des Landes Rheinland-Pfalz und durch Spenden des ortsansässigen REWE und durch Spenden der Eltern angeboten werden kann. Zu den anderen Frühstücksmahlzeiten geben die Eltern den Kindern Frühstück mit. Die Erzieherin- nen sind mit den Eltern im Gespräch, wie so ein Frühstück für das einzelne Kind aussehen könnte.

Das Mittagessen wird in unserer Einrichtung täglich frisch von einer Hauswirtschafterin und einer Mitarbeiterin in der Küche zubereitet. Dabei wird auf eine ausgewogene Ernährung mit wenig Fett und viel Gemüse und Salat geachtet.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Tisch- und Esskultur (Klünder 2015). Dabei legen wir Wert darauf, die Mahlzeiten in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre einzunehmen. Dazu zählen Tischsprüche und Rituale des Tischdeckens genauso, wie ein selbstbestimmtes Essen. Das heißt für unsere Kita, die Kinder können wählen, was sie essen, wie viel sie essen, mit wem sie essen und wann sie in unserer Frühstückszeit essen möchten. Diese findet immer in der Zeit von 8.00-10.00 Uhr statt. Kinder, die danach noch frühstücken möchten, können dies eigenverantwortlich noch tun.

In den Jahren 2014, 2015 hat unsere Einrichtung an dem Projekt „Kita isst besser“ des Ernäh- rungs- und Familienministeriums des Landes Rheinland-Pfalz teilgenommen. Dabei wurden verschiedene Maßnahmen durchgeführt die zur Ernährungsbildung und zur Verbesserung der Essatmosphäre dienten.

Die Ernährungsbildung bezieht sich nicht nur auf die Mahlzeiten, sondern erstreckt sich über den gesamten Tag der Kinder. Im Außengelände kann am Hochbeet das Wachsen und Pfle- gen von Gemüse und Kräutern beobachtet und selbst mit Hand angelegt werden. In ver- schiedenen Spielen findet sich das Thema Ernährung wieder und auch im künstlerischen Be-

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reich findet dieses Thema seinen Platz. Kinder begreifen mit allen Sinnen, so auch im Bereich der Ernährung.

7 Pädagogisches Handeln 7.1 Bild vom Kind

Unser Menschenbild ist Grundlage für das Verständnis vom Bild des Kindes. Alle Kinder wer- den so angenommen, wie sie sind. Jedes Kind ist einzigartig in seiner Herkunft, seiner Ent- wicklung, seiner Persönlichkeit. Sie wollen lernen und sie sind von Geburt an mit vielfältigem Entwicklungs- und Lernpotential ausgestattet und verfügen über grundlegende Kompeten- zen. Dies belegen entwicklungspsychologische und neurowissenschaftliche Studien. Die Kin- der bringen viele unterschiedliche Voraussetzungen mit. Wir begegnen den Kindern wert- schätzend und respektvoll und geben ihnen die Zeit, die sie benötigen um sich individuell zu entwickeln und sich in einer sozialen Gruppe zu integrieren.

Damit die Kinder sich in der Gesellschaft zurechtfinden und Übergänge gut bewältigen kön- nen benötigen sie:

  • Geborgenheit und Zuwendung
  • Ermutigung und Herausforderungen
  • Verständnis und GeduldMit Einfühlungsvermögen und Achtsamkeit wollen wir die Kinder für ihr lebenslanges Lernen stärken.

7.2 Rolle der Erzieherin

Die Erzieherin nimmt in unserer Kita täglich viele verschiedene Rollen ein, die für die Bildung und Betreuung von Kindern notwendig sind. Dabei achten die pädagogischen Fachkräfte auf Authentizität in ihren Handlungen und ihrer Persönlichkeit. Hier sollen nur ein paar aufge- zählt werden (siehe Abbildung 1).

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Abbildung 1: Die Rolle der Erzieherin

Quelle: Eigene Darstellung

7.3 Beobachtung und Dokumentation

Spontane und gezielte Beobachtungen bilden die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. Hierzu orientieren wir uns an dem neuseeländischen Curriculum „Te Whariki“. „Te Whariki“ bedeutet gewobene Matte und meint das Netz, die Matte, welches Kinder trägt und hält und so eine Grundvoraussetzung für gesunde Entwicklung und lebenslanges Lernen ist. Folgende Aspekte bilden dieses Netz: Zugehörigkeit, Wohlbefinden, Exploration, Kommunikation und Partizipation. Diese stehen in Wechselwirkung mit den Lerndispositionen (Lernvorausset- zungen) und lassen sich nur über das Handeln des Kindes erkennen. Nur wer sich zugehörig fühlt, kann Interesse entwickeln, wer sich wohlfühlt ist engagiert bei der Sache und wer aus- probieren darf, kann seine Ausdauer zeigen. Wer gehört wird mit all seinen 100 Sprachen fasst den Mut sich mitzuteilen und sich auszudrücken. Wer einbezogen und beteiligt wird, lernt Verantwortung zu übernehmen und mit anderen zusammenzuarbeiten. Im Mittelpunkt stehen die individuellen Lernprozesse des Kindes.

Aus den Lerndispositionen und Beobachtungen entstehen die Lerngeschichten, die für die Portfolioarbeit genutzt werden. Lerngeschichten sind Lob und Ermutigung für die Kinder. Sie fördern das Selbstvertrauen und regen zu neuen Lernprozessen an. Portfolioarbeit ist ein

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wertschätzendes Instrument, um die Entwicklung des Kindes mit diesem gemeinsam zu do- kumentieren. Beobachtung und Dokumentation dient als Grundlage für das Gespräch mit den Eltern über die individuelle Entwicklung des Kindes und für die Weiterführung unseres pädagogischen Handelns (Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend 2004). Die „Grenz- steine der Entwicklung“ stellen dabei ein Instrument sowie Orientierungshilfe dar, um den Entwicklungsstand eines Kindes einschätzen zu können.

7.4 Eingewöhnung

Der erste Tag in einer Kindertageseinrichtung bringt für Eltern und Kind gleichermaßen viel Neues, Spannendes, aber auch Fremdes und Verunsicherndes mit sich. Damit die Eingewöh- nung gelingt führen wir ein intensives Elterngespräch, in dem wir Informationen zum Kind sammeln, z. B. bestehende Tagesabläufe, Rituale und Gewohnheiten. Es werden organisato- rische Abläufe und Strukturen der Einrichtung besprochen, aber auch die Ängste und Erwar- tungen der Eltern werden angesprochen.

Die Eingewöhnung findet in unserer Einrichtung elternbegleitend statt, das heißt, die Eltern begleiten ihr Kind, bis es eine tragfähige, eigenständige Beziehung zur Erzieherin aufgebaut hat. In unserer Einrichtung gestalten wir diese sensible Phase in Anlehnung an das „Münch- ner Modell“ (Winner; Erndt-Doll 2009).

Das einzelne Kind bestimmt mit seinem Verhalten, seinen Aktionen und Reaktionen die Dau- er der Eingewöhnung wesentlich mit. Sie kann zwischen vier Tagen und vier Wochen liegen. Eingewöhnung in Anlehnung an das Münchner Modell

Die Eingewöhnung gliedert sich in vier Phasen: Das Kennenlernen, die Sicherheit, das Ver- trauen und das Abschlussgespräch.

1. Kennenlernen

Während der Kennenlernphase besucht eine Bezugsperson mit dem Kind die Kita, um den Alltag dort kennen zu lernen. Gemeinsam lernen sie die Kinder, die Räume und die Erzieherin kennen. In dieser Phase übernimmt die Bezugsperson eine wichtige Rolle, denn sie ist für das Kind „der sichere Hafen“ an den es jederzeit zurück kom- men kann. Die Bezugserzieherinnen halten sich in den ersten Tagen noch im Hinter- grund und nehmen dann zunehmend Kontakt zu dem Kind auf.

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7.5

2. Sicherheit

Jetzt geht die Bezugserzieherin aktiv auf das Kind zu und übernimmt zunehmend die Aufgaben, die in der ersten Woche den Eltern vorbehalten war. In dieser Phase tre- ten die Eltern nach und nach in den Hintergrund. Gemeinsam mit den anderen Kin- dern wird versucht das Kind in die bestehende Gruppe zu integrieren. Erste Kontakte werden angebahnt.

3. Vertrauen

Sobald sich das Kind von den Eltern trennt und gemeinsam mit der Bezugserzieherin den Raum erkundet und zu spielen beginnt, erfolgt die erste kurze Trennung. Ab- schied nehmen ist für viele Eltern und auch Kinder eine große Herausforderung in der Eingewöhnungsphase. Es ist wichtig sich von dem Kind zu verabschieden, um ihm ein deutliches Signal für die Trennung zu geben. Die Eingewöhnung ist dann abgeschlos- sen, wenn sich das Kind nach der Verabschiedung der Eltern von der Erzieherin trös- ten lässt, Tätigkeiten wieder aufnimmt und in Kontakt zu anderen Kindern tritt.

4. Abschlussgespräch

Im Abschlussgespräch reflektieren Bezugserzieherin und Eltern die Zeit der Einge- wöhnung.

Bewegung und Entspannung

Kinder nehmen über die Bewegung sich selbst und ihre Umwelt wahr. Daher stehen Bewe- gung und Wahrnehmung in einem engen Kontext zueinander. Die Kinder haben vielfältige Bewegungs- aber auch Rückzugsmöglichkeiten in den verschiedenen Räumen. Denn keine Entspannung ohne Anspannung und umgekehrt. Der Bewegungsraum steht zum gezielten Bewegungsangebot ebenso zur Verfügung wie zum freien Spiel. Auch im Außengelände ist Raum für Entdeckung und Bewegung.

7.6 Das Spiel und seine Bedeutung

Das Spiel ist der Urtrieb eines jeden Menschen. Kinder lernen beim Spielen, sie spielen nicht um zu lernen. Im Spiel begreifen und erschließen Kinder sich ihre Umwelt, ihren Alltag und

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ihren Körper. Sie sammeln Erfahrungen im sozialen Miteinander und treten in Kommunikati- on mit den Spielpartner/innen. Das Spiel ist für uns von elementarer Bedeutung weil Kinder im Spiel alle Entwicklungsbereiche (kognitiv, Motorik, emotional, sozial, Kommunikation, Wahrnehmung) selbsttätig und spielerisch aus- und weiterbilden. Wir räumen dem Spiel der Kinder einen großen Zeitrahmen im Kindergartenalltag ein um den verschiedenen Spielfor- men genügend Raum zu geben. Die Kinder haben täglich die Möglichkeit zum freien Spiel im Haus oder am Außengelände, es bestehen feste Zeiten für Stuhlkreise und Stuhlkreisspiele und wir bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten zum Rollenspiel und für Gesellschaftsspiele an.

7.7 Letzte Jahr vor der Einschulung

Abbildung 2: Schulfähigkeit heißt für uns

Quelle: Eigene Darstellung

Die Vorschulzeit umfasst die gesamte Zeit die ein Kind vor der Schule erlebt. Von Geburt an, beginnt ein Kind Lern-, Bildungs- und Entwicklungsprozesse zu durchlaufen, indem es sich

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selbständig und aktiv mit seiner Umwelt auseinander setzt. Neueste Erkenntnisse der Hirn- forschung belegen, dass das Kind nur dann nachhaltig lernt, wenn es mit Freude und seinem Entwicklungsstand entsprechend agieren kann (Spitzer). Unter diesen Gesichtspunkten ge- stalten wir das Schulkinderprojekt, um den Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule gut bewältigen zu können.

Abbildung 3: Vorschulkinderprojekt

Quelle: eigene Darstellung

7.8 Erziehungspartnerschaft
7.8.1 Erziehungs- und Bildungspartnerschaft in Zusammenarbeit mit dem Elternaus-

schuss

Jährlich wird ein Elternausschuss gewählt, der vorsieht, dass je zwei Vertreter/innen aller Jahrgangsgruppen mitarbeiten. Grundsätzliche Informationen über Konzeption, Öffnungszei- ten, Betreuungs- und Bildungszeiten werden allen Eltern zur Verfügung gestellt. Weitere

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Informationen oder Änderungen werden mit dem Elternausschuss besprochen. Ebenso wer- den die Ferienzeiten werden gemeinsam festgelegt.

7.8.2 Zusammenarbeit mit den Eltern

Elternarbeit gestaltet sich in unsrer Einrichtung als enge Erziehungs- und Bildungspartner- schaft zwischen Team und Eltern. Feste Bestandteile sind:

• • • • • • • • • •

7.9

7.9.1

Aufnahmegespräche
Eingewöhnung des Kindes mit den Eltern in Anlehnung an das Münchner- Modell Jährliche Entwicklungsgespräche um den Geburtstag des Kindes herum Elternabende zu verschiedenen Themen
Tür- und Angelgespräche
Schulkinderelternabend mit der Grundschule
Zusammenarbeit Team/ Eltern/ Träger im gewählten Elternausschuss Interkultureller Elterntreff (IKE)
Feste
Elterncafe

Unser Team Zusammenarbeit im Team

Eine qualitativ hochwertige Arbeit setzt ein professionelles Team voraus. Im Team der Fal-

terswiese arbeiten 17 Erzieherinnen und ein Erzieher mit unterschiedlichen Arbeitszeiten, verschiedenen Kompetenzen und Fähigkeiten sowie Berufs- und Studienabschlüssen zu- sammen. Dies bringt Vielfalt an Kompetenzen aber auch eine Vielfalt an Sichtweisen, Einstel- lungen und Werten. Aus diesem Grund ist es wichtig, einen gemeinsamen Kontext in der Arbeit zu finden. Wöchentliche Teamsitzungen bilden den zeitlichen Rahmen für die Organi- sation von Abläufen und der konzeptionellen Weiterentwicklung. Es werden gemeinsam Ziele für die Kita formuliert, gemeinschaftlich an einer einrichtungsspezifischen Konzeption gearbeitet. Dabei ist ein wertschätzender Umgang der erste Schritt. Die Erzieherinnen be- gegnen sich verständnisvoll und offen, versetzen sich in die Rolle des Anderen und lösen Probleme verschiedener Art zusammen. Die Erzieherinnen stehen sich gegenseitig in kollegi-

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aler Beratung zur Seite. Trotz vieler gemeinsamer Entscheidungen übernimmt jede Erziehe- rin die Verantwortung für ihr Handeln.

Teamfortbildungen, die mindestens einmal jährlich stattfinden, bringen die Weiterentwick- lung der Qualität der Arbeit des gesamten Teams voran. Feste Strukturen und Absprachezei- ten bilden eine gute Voraussetzung für eine gelungene Zusammenarbeit.

Abbildung 4: Dienstgespräche

Quelle: Eigene Darstellung

7.9.2 Kita als Ausbildungsstätte

Da wir es für wichtig erachten, dass unsere Erfahrungen und das Wissen unseres Berufsbil- des weitergegeben werden, bilden wir in unserer Kita auch aus. Dabei arbeiten wir eng mit den Fachschulen insbesondere in Limburg und Westerburg zusammen.

Wir sind offen für Praktikantinnen sowohl der Sozialassistenz als auch der Erzieherinnenaus- bildung. Es gibt auch die Möglichkeit, in einem Hochschulstudium berufsbegleitend die Aus- bildung zum/zur Erzieher/in zu absolvieren. Doch auch Praktikantinnen aus Realschule und Gymnasium sind in unserer Kita anzutreffen. Sie erhalten die Chance, in den Beruf des Erzie- hers „hinein zu schnuppern“ und erste Erfahrungen zu sammeln. Außerdem sind wir eine Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst und arbeiten darüber mit dem DRK zusam- men.

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7.10 Öffentlichkeitsarbeit

Unsere Mitarbeitenden der Kita „In der Falterswiese“ beteiligen sich regelmäßig in verschie- denen Gremien wie Leitungskonferenzen und Arbeitsgruppen. Ebenso nehmen wir an kom- munalen und regionalen Projekten der Stadt Rennerod teil. Mit dem „Schwesternhaus der Begegnung“ und anderen Institutionen wie z. B Seniorenpflegeheim Dickmann und Vereinen der Stadt Rennerod z. B. der Feuerwehr stehen wir in Kontakt. Darüber hinaus pflegen wir den regen Austausch und die Zusammenarbeit mit den Kindergärten im Umkreis. Auch mit der „Steinsbergschule“, der Grundschule in Rennerod, findet eine intensive und regelmäßige Zusammenarbeit statt. Es besteht ein Kooperationsvertrag (siehe Anhang).

Unsere Kita ist „Ausbildungsstätte“ und somit haben wir immer wieder Kontakt zu Fachschu- len für Erzieherinnen, allgemeinbildenden Schulen vor Ort, sowie auch zu Universitäten. Ebenso arbeiten wir mit dem Jugendamt, dem Kinderschutzdienst, Therapeuten und Ärzten zusammen.

Die Bildungsprozesse der Kinder werden durch Dokumentationen deutlich und transparent gemacht, wie beispielsweise an der „Elterninfo-Wand“, Aushänge, Portfolios und digitale Darstellung. Bei der Veröffentlichung von Fotos und Texten im Internet (Homepage), der regionalen Presse und in der Kita halten wir die Vorschriften des Datenschutzes und der Ur- heberechte ein.

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Literaturverzeichnis

BMFSFJ (2013): Gemeinsam stark für frühe Chancen! Zwei Jahre Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration. 2. Auflage. Berlin. Im Internet unter: http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Gemeinsam-stark- f_C3_BCr-fr_C3_BChe-Chancen_21,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf (03.01.2016).

Klünder, Nina (2015): Gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung von Mittagsverpflegung in Gießener Kindertagestätten. In: Hauswirtschaft und Wissenschaft. 63. Jg. Heft 1. S. 45-47.

Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend (2004): Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz. Mainz. Im Internet unter: https://kita.bildung- rp.de/fileadmin/dateiablage/Bildungsempfehlungen/BEE/Downloads/bildungs-und- erziehungsempfehlungen.pdf (03.01.2016).

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten (o. J.): Kita isst besser. Im Internet unter: https://mulewf.rlp.de/de/themen/ernaehrung/kita-isst-besser/ (03.01.2016).

Winner, Anna; Erndt-Doll, Elisabeth (2009): Anfang gut? Alles besser!: Ein Modell für die Ein- gewöhnung in Kindergruppen und anderen Tageseinrichtungen für Kinder. Kiliansroda: Ver- lag das Netz.